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Informationen und Wissenswertes aus der Stadt des Kaisers Diokletian - Perle an der Adria - Weltkulturerbe der UNESCO

Das antike Emporion NARONA

Ein Ausflug der Kroatisch-Deutschen-Gesellschaft Split

Am Sonntag, dem 8. Juni machte die Gesellschaft einen Ausflug ins liebliche Tal des Flußes Neretva nach Metković und ins naheliegende Dörfchen Vid, bekannt durch seine einmaligen Funde eines illyrisch/römischen Emporiums (Handelsplatz). Das Tal der Neretva gilt wegen seines äußerst fruchtbaren Schwemmlandes als das Kalifornien Kroatiens. Es ist das Hauptanbaugebiet für Gemüse und, wegen seinem besonders milden Klima, auch für alle Arten von Südfrüchten. Entlang der Neretva zog sich eine der wichtigsten Handelsstraßen der Antike. Sie bildet auch heute noch die Verbindung ins Hinterland. Nur etwa 60 Kilometer flußaufwärts liegt Mostar mit der im Krieg zerstörten und mithilfe der EU wiederaufgebauten, berühmten, alten Brücke.

An der Neretva beginnt und endet auch die Geschichte von Narona, eben jenem einzigartigen Handelsplatz aus vorchristlicher Zeit. Schon im 4. Jahrhundert v. Chr. berichten die griechischen Schriftsteller Pseudo-Skylax und Theopompus von seiner Existenz. Vermutlich wurde an den Ufern der Neretva die seltene Schwertlilie gefunden, deren Essenz bei griechischen und später auch römischen Duftwasserherstellern hoch im Kurs stand.

Die Stadt entstand an einem Berghang und wurde nach illyrisch-griechischem Konzept erbaut. Eine Stadtmauer umgab die Ansiedlung, lediglich unterbrochen an der östlichen Seite, wo die Neretva einen natürlichen Schutz gegen Eindringlinge bot. Die Römer drangen während des ersten illyrisch-römischen Krieg in das Gebiet der östlichen Adriaküste ein und besetzten den Küstenstreifen. Im Krieg gegen die Dalmater (illyrischer Volksstamm), der 160 Jahre dauerte, hatten römische Feldherren (Figulus, Isauricus, Vatinius, Sulpicius) in Narona ihren Stützpunkt. Die Zahl römischer Siedler wuchs und die Ansiedlung entwickelte sich unter römischen Einfluß weiter. Während des Bürgerkrieges Mitte des 1. Jhd. v. Chr. kämpfte die Stadt auf der Seite Cäsars gegen Pompejus. Wahrscheinlich erhielt sie zu dem Zeitpunkt den Status Kolonie, spätestens aber unter Augustus (27 v. Chr. – 14 n. Chr.). Während der Regierungszeit Augustus‘ etablierten sich in den Provinzen römische Verwaltungseinheiten, Recht und Sitten, sowie Religionen und der Kaiserkult. Die gefundenen zahlreichen Denkmäler und Inschriften lassen darauf schließen, daß sich Narona unter Augustus rasch entwickelte. Ende des 2. Jhd. drangen während  der Regierungszeit Marcus Aurelius die Markomannen und Quaden in das Gebiet ein. Die Stadt wurde befestigt und die Mauern erweitert. Leider weiß man sehr wenig über das weitere Schicksal der Stadt. Die berichtenden Quellen sind nur sehr dürftig. Man kann aber annehmen, daß sich der wirtschaftlicher Aufschwung fortsetzte und die Stadt den Status eines bedeutenden Zentrums, neben Salona im Norden, beibehielt.

 Aufruhr und interne Krisen erschütterten das Weströmische Reich. Unter ostgotischer Führung drangen Ende des 5. Jhd. Goten, Wandalen, Sweben, Alemannen, Franken und Langobarden in das Gebiet Dalmatia und Savia ein. Eine friedfertige und tolerante Zeit beginnt für die ansässige Bevölkerung. Erst Mitte des 6. Jhd. wird Dalmatia unter Justitian zurückerobert und fällt an das Oströmische Reich. Doch der Untergang der Stadt läßt sich nicht aufhalten. Er erfolgt im 7. Jhd., ein Schicksal, daß den meisten Städten der Provinz Dalmatia widerfährt. Der Staub der Zeit bedeckt die einst so lebensfrohe Stadt. Über die Besiedlung in altkroatischer Zeit finden sich keine Aufzeichnungen. Erst der Fund eines Friedhofs aus dem 14. Jhd. bezeugt ein Erwachen der antiken Stadt Narona. Heute ist das Dorf Vid über den Ruinen entstanden.

Anfang des 20. Jhd. leitet der österreichische Archäologe Carl Patch die ersten Ausgrabungen, die während des 2. Weltkrieges unterbrochen wurden. Experten des Archäologischen Institut Split begannen nach Beendigung mit weiterführenden Forschungen. Zwischen 1995 und 1996 wurde der antike Augustustempel freigelegt. Dabei kamen das Atrium des Tempels, das Forum, sowie mehrere Statuen in Überlebensgröße ans Tageslicht. Sie alle sind zusammen mit verschiedenen Gebrauchsgegenständen, Werkzeugen und Denkmälern im über dem Augustustempel entstandenen neuen Archäologischen Museum zu finden. Weitere Ausgrabungen sind geplant. Vermutlich wurde bisher weniger als ein Viertel der vorhandenen Überreste gefunden. Besitzverhältnisse müssen noch geklärt werden und vieles befindet sich wohl auch unter den bestehenden Gebäuden.

Das Museum ist seit einem Jahr geöffnet und kann von Dienstag bis Samstag von 9:00 bis 20:00 Uhr und am Sonntag von 9:00 bis 13:00 Uhr besichtigt werden. Montags geschlossen.

E-Mail: info@a-m-narona.hr

Internet: www.a-m-narona.hr

Sonstige Informationen:  www.metkovic.hr/narona/  ;  http://hr.wikipedia.org/wiki/Narona  ;  www.vidhr/narona/narona.htm

 

Mit dem Charter-Bus nach Narona

12.06.2008

Auf dem Weg nach Metkovic: die Bacinska Jesera (Bacinska Seen)

Souvenirs am Rastplatz

Vid, das Dorf an der Neretva

Das Römische Reich & die Region Dalmatia mit den Städten Salona und Narona

Römische Gefäße

Fresko aus der Basilika im “Aquädukt“

Gedenktafel des Vespanian

Die gefundenen römischen Statuen im Atrium

Augustus mit Gemahlin und Sohn

Kaiser Vespasian (mit Kopf)

Hemisphärische Sonnenuhr

Statue des Augustus

Das Atrium nach der Ausgrabung

Gedenktafel des Vespanian

Mauerreste des Augustustempels mit Amphoren

Gedenktafel des Massio und seiner Familie

Relief mit Darstellung der Dioskuren

Steinfragment

Alabasterbüste der Isis

Militärisches Grabdenkmal

Römischer Frauenkopf

… und mit dem Flachboot ein Ausflug über die Be– und Entwässserungskanäle nahe Metković zum Mittagessen auf einer Insel mitten im Schilf– und Sumpfgebiet

Anmeldung und Zwischenstopp im Restoran Adria,Ortseingang rechts,neben LIDL, in Metkovic—sehr edel!

Nein, nein, nicht hier — Essen auf der Insel

Fahrt im Flachboot mit Musik

Das zweite Boot

Landschaftliche Idylle an den Ufern

Überall Blüten auf dem Wasser

Kaum ein Pfad durchs Schilf

Ein lieber Zeitgenosse am Wegesrand

Das Inselrestaurant des Adria in Metkovic

Esel und Ziege in Eintracht auf der Insel

Und viel Spaß nach dem Mittagessen

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